AHC

Ein Weltklasse-Krankenhaus für Kambodschaner, geführt von Kambodschanern

Als das Angkor Hospital for Children (AHC) 1999 offiziell seine Pforten öffnete, bestand das Kinderkrankenhaus gerade mal aus drei Kambodschanischen Ärzten, zehn Krankenschwestern, zahlreichen freiwilligen medizinischen Helfern – und einem Krankenhausbett. Heute hat das AHC seine ursprüngliche Vision, ein «Weltklasse-Krankenhaus für Kambodschaner, geführt von Kambodschanern» zu sein, erfolgreich umgesetzt.


Im Frühling 2022 wurden wir das erste Mal durch die offenen Räumlichkeiten des AHC geführt – und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die schiere Fülle der in diesem pädiatrischen Krankenhaus angebotenen medizinischen sowie sozialen Leistungen war kaum zu fassen. Damit hätten wir in einem Land, das trotz Fortschritten und internationaler Unterstützung nach wie vor über kein allgemeines Gesundheitswesen verfügt, das diesen Namen verdienen würde, nicht gerechnet.

Unser Erstaunen ist dem Schock zu verdanken, den der renommierte japanische Fotograf Kenro Izu in den 1990er-Jahren bei einem Besuch von Siem Reap erlebte, als er realisierte, in welchem katastrophalen Zustand das Gesundheitswesen Kambodschas damals war. Aufgrund dieses Schocks gründete er kurze Zeit nach seinem Besuch die Charity-Organisation («Friends Without A Border»), um Gelder für das spätere Angkor Hospital for Children und zwei weitere Kinderspitäler zu sammeln.

Punkto Gesundheitsversorgung zeigt sich Kambodscha nach wie vor in keinem besonders erfreulichen Licht: Problematische hygienische Verhältnisse, eine unzureichende Versorgung mit Medikamenten und veraltete medizinischen Ausrüstung stellen für die kambodschanische Bevölkerung nach wie ein grosses Risiko dar. Die Zahl der Todesfälle bei Müttern und Neugeborenen ist im internationalen Vergleich immer noch besorgniserregend hoch, es gibt ein starkes Stadt-Land- sowie Reich-Arm-Gefälle und die Qualität der angebotenen Leistungen ist oft schlecht.

Doch die Situation hat sich seit den 1990er-Jahren tatsächlich auch stetig verbessert. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt Organisationen wie dem Angkor Hospital for Children.

Unabhängigkeit dank Wachstum

Mit nur einer kleinen Ambulanzabteilung gestartet, wuchs das AHC in den ersten Jahren – trotz grösster Herausforderungen – schnell. Die Kapazitäten und das Leistungsangebot wurden stetig erweitert, um den Bedürfnissen der Hunderten von Kindern gerecht zu werden, die täglich eintrafen.

Zwischen 2000 und 2005 kamen eine Notaufnahme, eine chirurgische Abteilung, eine Zahnklinik, eine Augenklinik und weitere Abteilungen hinzu, so dass das AHC zu einem der wenigen Kinderkrankenhäuser des Landes wurde, das solche Spezialdienste anbietet. Ausserhalb des Krankenhauses führte das AHC Programme ein, um präventive Gesundheitsfragen an der Wurzel zu packen und die Gesundheitskompetenz der ländlichen Communities zu verbessern.

Bis 2007 hatte das Krankenhaus, welches von Anfang an als Lehrkrankenhaus fungierte, fast 1500 kambodschanische Ärzte, Krankenschwestern und Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Kinderheilkunde geschult und fast eine halbe Million Kinder behandelt.

Von der Vision zur Realität

Die eingangs erwähnte Gründungsvision von Kenro Izu wurde 2013 verwirklicht, als das AHC offiziell zu einer lokal geführten, unabhängigen Organisation wurde, die fest in Siem Reap verwurzelt ist und von einem qualifizierten kambodschanischen Team geleitet wird. Nach der Umwandlung expandierte das Krankenhaus weiter und positionierte sich an der Spitze der pädiatrischen Gesundheitsversorgung in Kambodscha, indem es die erste Neugeborenen-Intensivstation des Landes eröffnete, seine ersten Krebspatienten behandelte und weitere wichtige Erfolge mit nationaler Bedeutung erzielte.

Mittlerweile kann das AHC eher als Gesundheitsorganisation denn als Krankenhaus bezeichnet werden; eine Gesundheitsorganisation, die mehr als 400 kambodschanische MitarbeiterInnen beschäftigt, unzählige weitere ausbildet und Lücken in der Gesundheitsversorgung schliesst. Für das AHC bedeutet dies, dass Spezialdienste wie Onkologie, Kardiologie, Neurologie und andere Sekundär- und Tertiärdienste angeboten werden müssen, die es sonst kaum gibt. Durch die Förderung solcher Spezialitäten ist AHC in der Lage, den Fortschritt im kambodschanischen Gesundheitssystem zu beschleunigen, ohne dabei Leistungen zu untergraben oder zu duplizieren.

Bildung als Schlüssel zu einer nachhaltigen Gesundheitskompetenz

Bildung war von Anbeginn ein tragender Pfeiler des AHC, und das wird auch so bleiben. Das AHC wird weiterhin die neue Generation von Führungskräften im Gesundheitswesen des Landes ausbilden und seine Aktivitäten zum Aufbau von Kapazitäten ausweiten – sowohl in medizinischen Bereichen wie auch in der Pflege. Durch die Nachahmung der wirkungsvollen Programme von AHC und die Verbesserung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung können die Gesundheitsergebnisse im ganzen Land verbessert werden.

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