FSD - Swiss Foundation for Mine Action

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China, Thailand, Vietnam, Kambodscha und Burma - die Nachbarn von Laos sind regelmässig zu Gast in den Newsspalten. Die Demokratische Volksrepublik mittendrin ist hingegen für viele ein blinder Fleck. Dabei wurden über dem Land während des Vietnamkriegs (1964 bis 1973) rund 2 Millionen Tonnen Bomben abgeworfen. Der Krieg ist längst Geschichte, sein explosives Erbe ist Laos erhalten geblieben.

Diese Tatsache macht das Land zu einem der meist bombardierten der Welt*1. Grund dafür war der als Ho-Chi-Minh-Pfad bekannte Versorgungspfad der vietnamesischen Guerilla-Kämpfer, der entlang der vietnamesisch-laotischen Grenze quer durch Laos (und weiter südlich auch durch Kambodscha) führte. Der Vietnamkrieg ist längst Geschichte, sein explosives Erbe ist Laos erhalten geblieben.

Bis zu 30% Prozent der abgeworfenen Bomben explodierten nie, schlummern noch heute als Blindgänger in den Böden Laos‘ und verseuchen nach Schätzungen von Handicap International eine Fläche, die doppelt so gross ist wie die Schweiz. In einem Land, in dem 80% der Bevölkerung von der Landwirtschaft leben, ist das ein Desaster. So kann es für einen Reisbauern mitunter lebensgefährlich sein, seine Anbaufläche zu vergrössern – sofern vorher nicht ein Minenräumtrupp über die fragliche Fläche gegangen ist.

Eine dieser Minenräumorganisationen war bis vor 2011 die Swiss Foundation for Mine Action (FSD) mit Sitz in Genf. Die private Nonprofit-Organisation wurde 1997 gegründet und ist heute in über einem halben Dutzend Länder tätig, darunter aktuell zwar nicht mehr in Laos, dafür aber auf den Philippinen.*3

Durch ihre Arbeit schaffte die FSD im so genannten «Viert-Welt-Land» Laos*2 die Voraussetzung für eine günstigere wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Im Auftrag des World Food Programs räumt die FSD Flächen, die später landwirtschaftlich genutzt werden, und reduzierte so die Abhängigkeit der ländlichen Bevölkerung von Nahrungsmittelhilfen. In Absprache mit den lokalen Behörden räumte FSD  auch andere Bereiche in und um Dörfer herum, etwa Spielplätze oder Schulgelände. In Zusammenarbeit mit den laotischen Behörden arbeitete FSD Lao schliesslich an der Definition allgemeiner Standards zur Minenräumung, half mit am Aufbau einer umfangreichen Datenbank und bildete qualifizierte Führungskräfte für Minenräumaktionen aus.

Hinweis zur aktuellen Situation: Dass FSD aktuell nicht mehr in Laos tätig ist, hat uns veranlasst, unsere Unterstützungsbemühungen für ein minenfreies Südostasien auch auf andere Organisationen auszudehnen, eine davon ist APOPO. Wir unterstützen die FSD aber weiterhin, da deren Fokus mit Einsätzen auf den Philippinen und in Burma/Myanmar weiterhin auch auf Südostasien liegt.


*1 Laos wird oft als das meist bombardierteste Land der Welt bezeichnet. Das stimmt zwar, jedoch nur in Bezug auf die Bevölkerungsgrösse. Über Vietnam wurden während des Krieges zwischen den USA und dem südostasiatischen Staat beispielsweise mehr als die dreifache Menge an Bomben abgeworfen.
*2 Laos ist eines der so genannt Least Developed Countries (LDC), also eines der 50 am wenigsten entwickelten Länder der Welt.
*3 Ausserdem wurde 2013 ein Memorandum of Understanding mit der burmesischen Regierung unterzeichnet, welches der FSD erlaubt, Projekte im nördlichen Shan-Staat (einem von Minderheiten geprägten und politisch heiklen Gebiet in Myanmar) zu unterstützen.

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